Emotionale Kompetenz

Gefühle werden meistens in einem sozialen Kontext und mit einer kommunikativen Absicht ausgedrückt. Unser Emotionsausdruck wird deshalb innerhalb eines Dialogs als ein Appell an eine andere Person übermittelt, um eine passende Antwort auf sein Anliegen zu erhalten.

Für das Gelingen dieses Dialogs braucht es Basisfähigkeiten:

Emotionales Erleben

Über die emotionale Wahrnehmung werden wir uns der Vielfalt unseres emotionalen Erlebens bewusst. Unser emotionales Erleben steht immer auch in einem Kontext zu der erlebten oder erinnerten Situation und stellt darin ein Bewertungsmuster für unsere Orientierung bereit.

Emotionaler Ausdruck

Emotionale Signale werden über Gestik, Mimik, Wort- oder Lautmelodie geäußert, oder indirekt über das eigene Verhalten und einer geeigneten Wort- und Lautwahl ausgedrückt. Hierbei kann zwischen emotionaler Wahrnehmung und Ausdruck getrennt werden.

Emotionale Selbstregulation

Emotionen werden stimmig auf die Situation und über unser Verhalten reguliert. Diese Stimmigkeit trägt maßgeblich zur Verständigung und unserer Verlässlichkeit bei.

Emotionaler Dialog

Innerhalb des Dialogs kommunizieren wir über emotionale Signale, um erwünschte Reaktionen im anderen hervorzurufen. Wir sind uns dafür unserer emotionalen Beweggründe bewusst und können Ziele verfolgen (z.B. Bedürfnisbefriedigung).

Emotionsverständnis (Perspektivwechsel)

Emotionale Signale anderer werden emphatisch wahrgenommen oder aus ihrem Kontext heraus nachvollzogen. Wir verstehen deren Beweggründe und Bedeutung, indem wir eigene Erlebnisweisen und deren Sinnzusammenhänge auf andere übertragen.

Literatur

Franz Petermann, Silvia Wiedebusch: Emotionale Kompetenz bei Kindern. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, 2016, S. 14ff.