5. Vereinbarung mit mir selbst

für die nächsten 24 Stunden

Nur für heute gebe ich meinen sehnsüchtigen Wunsch nach Liebe und Anerkennung auf. Ich werde ein einfaches Leben führen, auch wenn es mir langweilig und unbedeutend vorkommt oder ich mich einsam und verlassen fühle.

Neben der Kapitulation vor meiner Krankheit und dem Erkennen, was tatsächlich Realität ist, ist eine gute Erdung und Bodenständigkeit ein weiterer Faktor für eine erfolgreiche Genesung. Das sehnsüchtige Streben nach idealisierten Werten, ist die aus der Not und Verzweifelung geborene kindliche Wunschvorstellung nach einer heilen, glücklichen Welt. Dies endet in einer endlosen Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz, der richtigen Beziehung, einer besseren Wohnung, oder auch nach der endlich gesundmachenden Therapie.

Es ist meine kranke innere Einstellung, die mich zum Versagen bringt und in meiner Krankheit gefangen hält, indem ich mein verletztes Selbstbildnis auszugleichen versuche mit einer überzogenen Erwartungshaltung an das Leben. So als wenn das Leben an mir etwas gutzumachen hätte.

Der Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl beginnt mit einer seelischen Entschlackung. Weniger ist mehr, ist auch hier die richtige Antwort.

So schmerzhaft die fehlende Liebe, Zuwendung und Förderung in meiner Kindheit auch sein mag, es gibt nichts und niemanden auf dieser Welt, der dieses Unrecht wieder ungeschehen machen kann. Ich höre also auf, nach der Liebe und Anerkennung durch andere Menschen zu suchen, denn ich bin es selbst, der als erwachsener Mensch mir diese Erfüllung geben kann.

Meine Lebensziele stecke ich mir deshalb so niedrig, dass ich die Chance habe, sie zu erreichen. Und mit einer bejahenden, aber demütigen Lebenseinstellung reife ich an Seele und Geist und sehe erstmals die schönen Dinge des Lebens, die aber schon immer da waren. Ich gebe mich vertrauensvoll dem Leben hin und die Dinge fügen sich von selbst zu etwas Positivem und ich erfahre, dass auch ich gut so bin, wie ich bin.

Wenn ich so mit mir selber verwurzelt bin, den Kontakt zu mir und Gott halte, dann strahle ich meine innere Ruhe und Gelassenheit auch nach außen aus. Wenn ich es quasi nicht mehr brauche, dann kommen die Menschen auf mich zu und schenken mir ihre Liebe und Anerkennung, sind gerne in meiner Nähe und fühlen sich dort wohl.

⇒ nächste Vereinbarung