Gesprächspsychotherapie

Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie, nach dem amerikanischen Psychologen Carl Ransom Rogers, stellt den Menschen als eine gleichberechtigte Person dem Therapeuten gegenüber und nimmt den Focus der Therapie auf sein persönliches Erleben. In seiner Persönlichkeitstheorie geht Rogers davon aus, dass jeder Mensch nach Selbstverwirklichung und Selbstaktualisierung strebt. Deshalb sieht er die Voraussetzung zu einer erfolgreichen Therapie darin, dass der Therapeut eine Haltung von Echtheit (Kongruenz), Wertschätzung (bedingungslose Akzeptanz) und einfühlendem Verstehen (Empathie) einnimmt. In dieser Atmosphäre stellt der Therapeut keine Bedrohung mehr für den Klienten dar und er wird fähig in sich hineinzuhören (Selbstexploration), statt in Abwehr zu verharren. Die Hilfe, die der Therapeut dem Klienten zuteilwerden lässt, ist nicht direktiv (nicht leitend), d.h. er unterstützt den Klienten in seiner Selbstfindung, indem er ihn in seinem emotionalen Erleben spiegelt. Dieses Feedback fördert ihn in seiner Selbstreflexion und Selbsteinsicht und der Aufhebung seiner Selbstentfremdung. Ziel ist, die Inkongruenz (Zerrissenheit) zwischen seinem Selbstbild und Selbstideal zu heilen.

+Literatur
♦  Jobst Finke, Gesprächspsychotherapie, Thieme Verlag
♦  https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Rogers
♦  http://www.gwg-ev.org/personzentrierter-ansatz

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